Vor 1989 klang der PC wie ein Rauchmelder. Der interne Speaker konnte genau einen Ton gleichzeitig erzeugen — ein trauriges Piepsen, das mit Musik so viel zu tun hatte wie ein Taschenrechner mit einem Orchester. Dann kam Creative Labs mit dem Sound Blaster.
Die Revolution im ISA-Slot
Der originale Sound Blaster (1989) bot 11-Stimmen FM-Synthese via Yamaha OPL2-Chip, einen 8-Bit DAC für digitale Samples und einen Joystick-Port obendrein. Kostenpunkt: rund 200 Dollar. Plötzlich konnte der PC Musik spielen, die nicht wie elektronische Folter klang.
AdLib war zuerst da
Fairerweise muss man sagen: Die AdLib-Karte war vor dem Sound Blaster da und nutzte den gleichen OPL2-Chip. Aber Creative Labs machte einen genialen Schachzug: Der Sound Blaster war AdLib-kompatibel und konnte zusätzlich digitale Samples abspielen. Zwei Fliegen, eine Klappe.
SB16 — Der Standard
1992 kam der Sound Blaster 16 und wurde zum De-facto-Standard. 16-Bit Audio, OPL3-Chip, und jedes Spiel fragte bei der Installation: „Sound Blaster compatible? Y/N“. Die Antwort war immer Y.
SET BLASTER=A220 I5 D1 H5 T6
Wer diese Zeile in seiner AUTOEXEC.BAT hatte, war bereit für Doom, Duke Nukem 3D und alles was danach kam.
Das Vermächtnis
Creative Labs existiert bis heute und baut immer noch Soundkarten. Aber die goldene Ära — als eine neue Soundkarte ein Spiel komplett anders klingen ließ, als man IRQ-Konflikte debuggte und DMA-Kanäle jonglierte — die ist vorbei. Und ein bisschen vermissen wir sie.