Amiga vs. Atari ST: Der Heilige Krieg der 16-Bit-Ära

Es gab eine Zeit, da definierte dein Computer deine Identität. Nicht Apple vs. Windows. Nicht iOS vs. Android. Sondern Amiga vs. Atari ST — der erbitterste Plattformkrieg der Computergeschichte.

Die Kontrahenten

Auf der einen Seite: der Commodore Amiga 500. Custom Chips namens Agnus, Denise und Paula. Hardware-Scrolling, 4096 Farben, 4-Kanal Stereo-Sound. Ein Multimediawunder für 1987.

Auf der anderen Seite: der Atari 520 ST. Günstiger, mit eingebautem MIDI-Interface, und für Musiker quasi Pflicht. Cubase lief zuerst auf dem ST — und das allein rechtfertigte seine Existenz.

Die Spiele entschieden den Krieg

Auf dem Papier waren beide Maschinen ähnlich: Motorola 68000 CPU, ähnlicher RAM. Aber in der Praxis zeigte der Amiga seine Muskeln. Shadow of the Beast, Turrican, Lemmings — Spiele, die auf dem ST nur in abgespeckter Version liefen oder gar nicht erschienen.

Das MIDI-Argument

Atari-Fans hatten genau ein unschlagbares Argument: MIDI. Der eingebaute MIDI-Port machte den ST zum Standard in Musikstudios weltweit. Fatboy Slim produzierte auf einem ST. Tangerine Dream auch. Wenn du in den späten 80ern elektronische Musik machtest, hattest du einen Atari.

Wer gewann?

Keiner. Der PC gewann. Aber das ist eine andere, viel langweiligere Geschichte. Die Wahrheit ist: Beide Maschinen waren ihrer Zeit voraus. Und der Krieg zwischen ihren Fans? Der lebt bis heute — in Retro-Foren, auf Demoparties, und in den Herzen aller, die dabei waren.

AUTHOR.NFO

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